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KATRETTER ist ein Smartphone-basiertes Alarmierungssystem für Ersthelfer.

An diesem System können sich alle Personen, die älter als 18 Jahre alt sind, beteiligen. Mit Ihrer Unterstützung wollen wir die Überlebensrate bei Herz-Kreislauf-Stillständen signifikant verbessern. Dies erfolgt durch schnell eingeleitete Wiederbelebungsmaßnahmen.

Auf lausitzretter.de möchten wir Ihnen das Prinzip und die Funktionen hinter dem System KATRETTER näher erläutern und dazu ermutigen sich selbst als Ersthelfer zu registrieren.

Die integrierte Regionalleitstelle Lausitz betreibt das KATRETTER-System in ihrem Einzugsgebiet bereits seit dem Jahr 2020. Dabei wurde die Umsetzung durch das Ministeriums des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg gefördert. Inzwischen ist dieses Ersthelfersystem zum flächenmäßig größten zusammenhängendem Gebiet in der Bundesrepublik Deutschland angewachsen, da es auf der gesamten Fläche der Bundesländer Brandenburg und Berlin zum Einsatz kommt.

Die Lausitz­Retter-APP

Die APP ist kostenlos im APP Store für iOS und im Google Play Store für Android Geräte unter dem Namen „KATRETTER“ verfügbar:

QR-Code scannen und direkt aus dem APP-Store herunterladen, oder über den nachfolgenden Button:

KATRETTER-App jetzt downloaden

 

  • Funktionsweise

Wenn jede Sekunde zählt!

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand oder bei Bewusstlosigkeit ist eine schnelle, professionelle, medizinische Hilfe oft lebensentscheidend für den in Not geratenen Menschen. Über ein zusätzliches Smartphone basiertes Alarmierungssystem werden durch die Leitstellen in Brandenburg und Berlin zeitgleich zu den Rettungskräften mehrere - sich zufällig in der Einsatznähe befindliche Ersthelfer - lokalisiert und hinzualarmiert.

Ersthelfer können mit der Einleitung qualitativ guter Basismaßnahmen die entscheidenden Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken, um die Überlebenschancen des Patienten deutlich zu erhöhen.

In den offiziellen Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC) zur kardiopulmonalen Reanimation (CPR) wird der Einsatz „intelligenter Alarmierungssysteme für Ersthelfer“ empfohlen, denn mit ihnen steigen die Chancen für ein Überleben ohne - oder lediglich geringfügigen Beeinträchtigungen - des Patienten.

Wie helfen die Ersthelfer konkret?

Geht ein Notruf in der Leitstelle ein, bei dem ein Herz-Kreislauf-Stillstand oder eine bewusstlose Person gemeldet wird, kann parallel ein Alarm an das KATRETTER-System übertragen werden. Durch das System erfolgt zuerst eine Standort-Abfrage mittels GPS, um zu prüfen, ob sich ein oder mehrere Ersthelfer in der Nähe des Notfallortes befinden.

Nimmt der alarmierte Ersthelfer den Einsatz auf seinem Smartphone an, wird er über die APP zum Einsatzort navigiert. Zusätzlich erhält er weitere für Ihn relevante Einsatzdaten. In einer kommenden App-Version wird – bei ausreichender Anzahl positiver Rückmeldungen – einer der alarmierten KATRETTER gezielt zu einem nahegelegenen AED (automatisierter externer Defibrillator) geleitet, um diesen aufzunehmen und anschließend zum Einsatzort zu bringenDer Standort des AED wird dann ebenfalls über die App angezeigt.

Durch seine räumliche Nähe zur Notfalladresse erreicht der Ersthelfer den Patienten im Idealfall viel schneller als der Rettungsdienst und kann bereits mit lebenserhaltenden Maßnahmen beginnen. Schließlich gilt die Regel „Time is brain“, denn die Überlebenschance des Patienten steigt durch einen schnelleren Beginn der medizinischen Behandlung drastisch.

Um in solchen Notfällen über die APP auf ihrem Smartphone alarmiert werden zu können, müssen sich Ersthelfer zuvor in der App angemeldet haben.

Infovideo LausitzRetter

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  • Mitmachen

1.

Sind die Voraussetzungen erfüllt?

Teilnehmer am System kann jede Person werden, die das 18. Lebensjahr vollendet hat. Er oder Sie sollte sich in der Lage fühlen diese ehrenamtlichen Tätigkeit sowohl körperlich, fachlich als auch mental durchführen zu können.

Sie sollten sich bewusst sein, dass die Tätigkeit als Ersthelfer vor allem psychisch belastend sein kann, da es nicht auszuschließen ist das trotz optimaler Hilfe ein Patient versterben kann. Mit Ihrer Unterstützung wollen wir dabei helfen, dass dies nicht eintritt und die Überlebenschange vieler Patienten gesteigert wird, bestenfalls ohne bleibende Beeinträchtigungen.

2.

Als Ersthelfer registriert?

Nach erfolgreicher Installation der KATRETTER-App auf Ihrem Smartphone sind zunächst die allgemeinen Datenschutzerklärungen zu bestätigen und die notwendigen App-Berechtigungen zu aktivieren. Anschließend registrieren Sie sich eigenständig über den Reiter Einstellungen als "Ersthelfer" (Alarmierung zu Ersthelfermaßnahmen bei lebensbedrohlichen Erkrankungen). Aus der Liste der verfügbaren Regionen wählen Sie einen passenden Leitstellenbereich des Landes Brandenburg für sich aus und hinterlegen anschließend Ihre persönlichen Daten.

Die Teilnahme als "Mithelfer" ist für eine allgemeine Hilfe in Krisensituationen gedacht und für die Alarmierung als Ersthelfer ohne Funktion.

3.

Bereit Leben zu retten!

Jetzt sind Sie Ersthelfer im KATRETTER-System und damit für Einsätze in Brandenburg und Berlin alarmierbar. Für alle zeitkritischen, lebensbedrohlichen Einsätze – bei denen ein Ersthelfer auch ohne spezielle Ausrüstung wertvolle Ersthelfermaßnahmen noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes einleiten kann – werden Sie bei Bedarf hinzualarmiert.

Die Auslösung erfolgt dabei zeitgleich zur Alarmierung des Rettungsdienstes und der Feuerwehr. Der einsatzbearbeitende Disponent der Leitstelle prüft dabei stets ob die Voraussetzungen für einen KATRETTER gegeben sind. Sollten potentielle Gefahren für einen Ersthelfer nicht ausgeschlossen werden können, so wird im Sinne des Eigenschutzes auf dessen Alarmierung verzichtet. Auch kann der KATRETTER seine Tätigkeit jederzeit selbstständig beenden, wenn er für sich eine zuvor nicht erkannte Gefahrensituationen feststellt.

Ersthelfer werden typischerweise bei folgenden Einsätzen hinzualarmiert:

  • Herz-Kreislauf-Stillstand (Atemstillstand und Herzstillstand)
  • Bewusstlosigkeit (Atmung kann noch vorhanden sein)
  • Fragen & Antworten

Warum wird KATRETTER eingeführt?

In den aktuellen Leitlinien zur Reanimation (ERC Guidelines 2022) ist festgeschrieben, dass zu einem Herz-Kreis-Laufstillstand neben der bereits durch die Leitstellendisponenten durchgeführten Telefonreanimation, auch die Entsendung von ausgebildeten Ersthelfern unter der Einbeziehung von örtlich verfügbaren AEDs (Automatisierter externer Defibrillator) erfolgen soll.
Es wird der Einsatz „intelligenter Alarmierungssysteme für Ersthelfer" gefordert, mit dessen Hilfe die Leitstelle über ein zusätzliches Smartphone basiertes Alarmierungssystem parallel zu den Rettungskräften weitere Ersthelfer aufspüren und hinzualarmieren kann.
Oberstes Ziel ist eine deutliche Reduzierung des „therapiefreien Interfalls" des Patienten, um dessen Überlebens- und Genesungswahrscheinlichkeit deutlich zu steigern.

Des Weiteren haben sich bereits verschiedenste Expertengremien in entsprechenden Stellungnahmen zum Thema positioniert und dabei den Einsatz dieser Systeme gefordert. So hat sich der Landesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Land Brandenburg am 14.06.2018 wie folgt positioniert:

Um die Überlebensrate bei außerklinischen Herzkreislaufstillständen anhaltend im gesamten Land erhöhen zu können, hält der Landesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Brandenburg ein einheitliches System zur smartphonebasierten Ersthelferalarmierung mit einer Anbindung an alle 5 Regionalleitstellen für unabdingbar.

Auch der Bund Deutscher Anästhesisten kam bereits am 22.02.2017 zu gleichen Erkenntnissen:

Die Unterstützung durch Laien und ausgebildete Ersthelfer ist für eine optimale Rettungskette unverzichtbar. Durch den Einsatz von Notfall-APPs wird das Rettungsnetz in Deutschland noch engmaschiger. Die Chance, dass eine Reanimation in den ersten fünf Minuten erfolgt, kann sich dadurch deutlich erhöhen.

Was ist ein AED (Defibrillator) und wo finde ich diesen?

Ein AED, auch bekannt als Automatisierter Externer Defibrillator, ist ein medizinisches Gerät, das dazu verwendet wird, Herzrhythmusstörungen zu erkennen und zu behandeln. Es wird häufig bei Menschen eingesetzt, die einen plötzlichen Herzstillstand erleiden.

Das Gerät funktioniert, indem es den Herzrhythmus des Patienten analysiert und dann entscheidet, ob ein elektrischer Schock erforderlich ist, um das Herz wieder in einen normalen Rhythmus zu bringen. Wenn ein Schock erforderlich ist, gibt das Gerät klare Anweisungen, wie der Schock abgegeben werden soll.

Der Benutzer wird über eine Sprachausgabe durch den gesamten Prozess der Geräteinbetriebnahme geführt. Dabei das Gerät klare Anweisungen, wann und wie ein Schock abgegeben werden soll. Nützlich ist das Gerät aber auch, wenn kein Schock erforderlich ist, da die Helfer durchgehend über akustische Hinweise zur korrekten Herzdruckmassage und ggf. Beatmung angeleitet wird.

Die AED-Geräte sind so konzipiert, dass sie von jedermann bedient werden können, auch von Personen ohne medizinische Ausbildung. Sie sind oft in öffentlichen Gebäuden wie Flughäfen, Einkaufszentren und Sportstadien zu finden.

Defibrillator melden

Worauf sollte ich beim Einsatz achten?

Die empfehlenswerte Ausstattung für Einsätze sind Einmalhandschuhe (sowie ggf. eine Beatmungsfolie oder Beatmungsmaske). Gerade in der Erkältungszeit kann auch eine FFP2-Maske nützlich sein.

Auf dem Weg zum Einsatzort gelten auch für Ersthelfer die Regelungen der Straßenverkehrsordnung (StVO) und somit keine Sonder- und Wegerechte.

Sollte es Ihnen im Falle einer Alarmierung aus persönlichen Gründen oder aufgrund der Entfernung zum Einsatzort nicht sinnvoll erscheinen den Alarm anzunehmen, dann kann dieser auch abgelehnt oder abgebrochen werden.

Was mache ich nach dem Einsatz?

Bitte beantworten Sie nach dem Einsatz den angezeigten Fragebogen innerhalb der App. Die Antworten werden im Anschluss automatisch durch einen Algorithmus geprüft. Wird dabei festgestellt, dass der Einsatz möglicherweise psychisch Belastend für die Ersthelfer war, erfolgt eine interne Signalisierung, so dass ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes noch einmal Kontakt mit dem Ersthelfer aufnehmen kann.

Sollten Sie für die psychische Verarbeitung des Einsatzes zeitnah Unterstützung benötigen, können Sie dies den anwesenden Rettungskräften im Einsatz mitteilen oder im Nachhinein über den Notruf 112 bei der zuständigen Leitstelle um Unterstützung bitten.

Wie kann ich meine Tätigkeit als KATRETTER beenden?

Wenn Sie Ihre Tätigkeit als Katretter nicht nur vorübergehend pausieren sondern dauerhaft beenden möchten, genügt es die App auf dem Smartphone zu deinstallieren.

Sie sind dann ab sofort nicht mehr alarmierbar. Eine Neuanmeldung ist jederzeit möglich.

Welche lebensrettenden Basismaßnahmen für Erwachsene (und Kinder) anzuwenden sind, haben wir für Sie in einem Merkblatt zusammengefasst. Sie können dieses auch zur Auffrischung Ihres Wissens verwenden.

Merkblatt öffnen

 

Kontakt

0355 632-0 |info@lausitzretter.de

 
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